CBD ist nicht zwingend als Novel Food und neuartiges Lebensmittel einzustufen

In den letzten Tagen konnte die European Industrial Hemp Association (EIHA) einen größeren Erfolg feiern. Sie konnten erreichen, dass CBD-haltige Produkte nur unter bestimmten Umständen als Novel Food angesehen werden. Grundsätzlich fallen sie jedoch nicht unter die Verordnung für zulassungspflichtige neuartige Lebensmittel. Als neuartig gelten nach Auffassung der EIHA, der Bundesregierung und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) nur CBD-Isolate (Link) und CBD angereicherte Hanfextrakte.

EIHA vs. BVL

Im vergangenen Jahr hat sich das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittel (BVL) dafür ausgesprochen, dass CBD-haltige Produkte und Erzeugnisse einen Antrag auf Zulassung als Arzneimittel bzw. als neuartiges Lebensmittel durchlaufen müssen. Erst dann sollte eine Inverkehrbringung erlaubt sein. Ebenfalls haben diese am 20.03.2019 folgendes Statement auf ihrer Seite veröffentlicht:

Aus Sicht des BVL muss für CBD-haltige Erzeugnisse vor dem Inverkehrbringen entweder ein Antrag auf Zulassung eines Arzneimittels oder ein Antrag auf Zulassung eines neuartigen Lebensmittels gestellt werden. Im Rahmen dieser Verfahren ist die Sicherheit des Erzeugnisses vom Antragsteller zu belegen.

Die allgemeine Meinung und Einstellung des BVL gegenüber CBD kannst du auf ihrer Webseite einsehen.

Jedoch macht diese Aussage für die EIHA nicht wirklich Sinn. Dementsprechend müssten theoretisch alle Lebensmittel in denen Hanf enthalten ist als Novel Food gemäß der Verordnung eg Nr 258/97 vom 27.01.1997 deklariert werden. Ebenfalls legte die EIHA Beschwerde über das Statement des BVL beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ein. Der EIHA-Präsident Daniel Kruse äußerte sich mit folgendem Statement: “CBD ist ein völlig natürlicher, nicht psychoaktiver Inhaltsstoff des Nutzhanfs und wird schon seit Jahrtausenden über die Hanfsamen, -blüten und -blätter konsumiert und zu hochwertigen Lebensmitteln verarbeitet, auch durch traditionelle Extraktionstechniken.” Hier muss zwischen natürlichen Extrakten und CBD Isolaten bzw. Cannabinoid angereicherten Produkten unterschieden werden. 

CBD und Novel Food

Welche CBD Art ist Novel Food und welche nicht? 

Klassisches CBD (Cannabidiol) ist eine schon lang bekannte Substanz, welche aus der Nutzpflanze Cannabis sativa L. stammt. Die Pflanzenteile der Hanfpflanze, ihre Blätter und Samen, beinhalten unter anderem auch CBD. Nach Meinung der Bundesregierung werden diese jedoch als Lebensmittel angesehen und brauchen somit keine bestimmte Zulassung als Arzneimittel. CBD-haltige Bestandteile von Nutzhanf wurden auch schon lange vor der Novel Food Verordnung vom 15.05.1997 verzehrt. Somit kann man diese nicht als neuartig deklarieren, da sie dem Menschen schon für verschiedenste Zwecke über hunderte von Jahren diente. 

Die EIHA begründet durch weitere Dokumente vom 03.02.1998 und 03.03.1998, dass schon damals die EU-Kommission entschieden hatte, dass Lebensmittel, welche mit Hanf verfeinert wurden bzw. Bestandteile der Hanfpflanze beinhalten, nicht unter die Verordnung über neuartige Lebensmittel (Novel Food) fallen. 

Trotzdem sollen Isolate aus CBD und CBD angereicherte Hanfextrakte als neuartige Lebensmittel eingestuft werden gemäß Art. 2 der Verordnung (EU) 2015/2283. Der Grund dafür ist, dass sie keine Historie aufweisen und somit in die Kategorie Novel Food eingestuft werden sollen. Dies akzeptiert die EIHA auch und legt diesbezüglich keinen Einspruch ein. 

Da es einen Zuspruch von Bundesregierung und BMEL gegenüber dieser Thematik gab, ist nun abzuwarten, wie sich das BVL äußert. Ebenfalls hat die European Industrial Hemp Association beim BVL schon mehrmals angefragt, sich im Kreis von Experten zu treffen, um diese Thematik zu besprechen. Bis jetzt hat sich das BVL dieser Anfrage noch nicht angenommen.

CBD und Novel Food und die EIHA

Ein Schritt in die richtige Richtung

Abschließend kann man zu dieser Thematik sagen, dass hoffentlich bald ein klares Urteil gefällt wird. Jedoch kann man die Aussagen der Bundesregierung und des BMEL als Schritt in die richtige Richtung betrachten. Diese Ansicht wird vom EIHA Präsident Kruse als “wichtiger Meilenstein” für die Hanf-Lebensmittelindustrie bezeichnet.  Zum jetzigen Zeitpunkt herrschen trotzdem noch viel Verwirrung und Unsicherheit gegenüber der ganzen Thematik, die hoffentlich bald durch klare Beschlüsse bereinigt wird. 

Um weitere spannende Infos über die Thematik CBD und Novel Food zu erfahren, könnt ihr euch auch gerne auf der Seite cbd-infos.com informieren. Hier schreiben Experten regelmäßig über verschiedenste Bereiche von Cannabidiol. Vorbeischauen lohnt sich auf jeden Fall. 

Update vom 26.03.2020

Am 26.03.2020 fand eine interessante Diskussionsrunde statt, die vom Hanfmagazin initiiert wurde. Die Runde bestand aus folgenden Kandidaten:

  • Dieter Klaus Glasmann: Autor bei Hanfmagazin
  • Daniel Kruse: Präsident der EIHA
  • Galathea Bisterfeld von Meer: Herstellerin von Hanfsaft (die Hanfsaftlady)
  • Joscha Krauss: Research & Development bei MH Medical hemp Gmbh
  • Julian Sarwat: Scientific Researcher & Policy Analyst bei CANNABIS CATALYSTS
  • Tobias Pietsch: Besitzer von mehreren CBD Geschäften

An der Gesamtrunde sieht man, dass ausschließlich Experten über dieses interessante Thema diskutiert haben. Hier wurde auch nochmals der Standpunkt von Daniel Kruse erkennbar, dass viele Einschätzungen des BVL leider Seitens der EIHA nicht geteilt werden können, man sich jedoch sehr gerne dafür bereit erklärt, in den gemeinsamen Gesprächen eine Lösung zu finden. Hierauf ist auch schon wie oben beschrieben, die BVL noch nicht eingegangen.

Ebenfalls ging aus den Gesprächen heraus, dass viele CBD Hersteller und Verkäufer das Problem haben, dass ihre CBD Produkte in gewissen Zeitabständen immer wieder umdeklariert werden müssen. Von diesen Maßnahmen sind auch wir bei Malama direkt betroffen. Auf der einen Seite ist es natürlich Schade, dass der Staat es den CBD Händlern schwer macht, da eine Umdeklarierung natürlich auch zusätzliche Kosten bedeutet. In solchen Fällen müssen Verpackungen und das Label immer wieder geändert werden. Auf der anderen Seite entsteht aber auch die Gefahr, dass Kunden dadurch abgeschreckt werden. Manche Hersteller haben beispielsweise ihr CBD Öl von Nahrungsergänzungsmittel zu Aromaöl bzw. Massageöl umbenannt. Hier ist natürlich verständlich, dass der Konsument dadurch verwirrt ist und auch nicht unbedingt bereit ist, ein Öl zu kaufen, welches nicht für den Verzehr gedacht ist. Jedoch muss hier aufgepasst werden! Die Hersteller benennen ihre Produkte nur deswegen um, damit sie nicht in rechtliche Probleme kommen. DIE INHALTSSTOFFE SIND NORMALERWEISE EXAKT DIE GLEICHEN. Dementsprechend kann man die Produkte eigentlich ohne Sorge kaufen, wenn der Hersteller nur die Verpackung geändert hat, jedoch das CBD Produkt an sich das gleiche ist. Natürlich sollte man auch nochmal kontrollieren, ob wirklich die gleichen Inhaltsstoffe gegeben sind.

CBD Rabatt von Malama

Ebenfalls wurde darüber diskutiert, dass es eine Umfrage in den Niederlanden gab, bei der 50 % der Konsumenten von CBD Öl sogar bereit wären, die Produkte zu beziehen, falls diese als illegal eingestuft werden sollten. Dies zeigt, was für einen Mehrwert CBD für viele Menschen hat und das Kunden hinter diesen Produkten mit voller Entschlossenheit stehen. Umso tragischer wäre es, wenn der Staat in Deutschland hier wirklich versucht, den Produzenten und Verkäufern noch mehr Steine in den Weg zu legen. Trotzdem geht Tobias Pietsch, der selbst oft von den genannten Problemen betroffen ist, nicht davon aus, dass CBD jemals wieder verschwinden wird.

Beispielsweise hat auch Galathea Bisterfeld von Meer, welche oft besser unter dem Namen der Hanfsaftlady bekannt ist, Probleme mit der Produktion ihres Hanfsaftes. Sie wollte eine Produktion im Bundesland Sachsen-Anhalt aufbauen, hat jedoch hier keine Genehmigung bekommen. Ein weiterer Kritikpunkt ihrerseits war, dass man die Industrie im Bereich Hanf und Cannabis nicht anlaufen lassen sollte und dann wieder stoppen. Dieses Argument macht Sinn, da der Staat die Herstellung von vielen Hanfprodukten auf der einen Seite toleriert, den Herstellern es jedoch auf der anderen Seite wieder extrem schwer macht, diese Produkte dann auf den Markt zu bringen. Sozusagen liegt hier ein gewisses Paradoxon vor.
Natürlich muss man auch den Punkt beachten, dass es viele schwarze Schafe im deutschen CBD Markt gibt, so Daniel Krause. Cannabidiol Produkte sollten natürlich, sicher und den Standards entsprechend sein. Man will einen seriösen Markt haben, was leider nicht ganz der Fall zum jetzigen Zeitpunkt ist (März: 2020).  Dementsprechend gibt es natürlich auch ein gewisses Verständnis für die Behörden. Zu seriösen und unseriösen CBD Herstellern haben wir auch einen Blogartikel verfasst. Hier lohnt es sich auf jeden Fall vorbeizuschauen.

Eine Überregulation durch die Behörden gibt es beispielsweise auch in Kanada. Trotz der Legalisierung im Bereich Cannabis, gibt es immer noch einen großen Schwarzmarkt. Ein großes Problem stellt beispielsweise der Preis der legalen Cannabisprodukte dar.
Beispielsweise findet auch der Vorsitzende der EIHA, Daniel Kruse, dass 0,2 % THC in einem CBD Produkt eine zu hohe Schwelle darstellen und erklärt in der Diskussion, dass man auch 0,3 % anstreben könnte, was seiner Meinung nach immer noch eng gefasst ist. Auf der anderen Seite sollte der Handel jedoch auch nicht mit seinen Produkten provozieren und sich immer konform an die Richtlinien halten.

Was zusätzlich in der Runde angesprochen wurde, ist die fehlerhafte interne Kommunikation innerhalb der Ministerien. Ebenfalls haben das BVL und BMEL Probleme, da das BVL ja nicht wirklich bis zum heutigen Zeitpunkt den Standpunkt des BMEL vertreten will. Hierzu gibt es ein spannendes Interview mit Daniel Kruse und Dieter Klaus Glasmann, wo auch diese Punkte thematisiert werden. Vorbeischauen lohnt sich auf jeden Fall.

Wie schon oben beschrieben, wurde öfters das Thema der Novel Food Verordnung kritisiert, da Hanf früher als Gemüse angesehen wurde und es ebenfalls die natürlichen Extraktionsmethoden schon lange vor 1997 gab. Ein weiterer Punkt bzgl. Novel Food war, dass Bulgarien sich vorgenommen hat, CBD Produkte aus der Novel Food Verordnung zu streichen. Hier besteht die Hoffnung, dass sich andere EU Staaten daran ein Beispiel nehmen und dieser Entscheidung auch folgen.

Während beispielsweise viel Diskussionsbedarf in der EU herrscht, zeigt Julian Sarwat in dem Gespräch auf, dass in Thailand ein extrem großer CBD Markt entsteht. Es werden heute schon Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetikprodukte hergestellt. Hier fällt auf, dass es sogar andere Länder schaffen, bei denen der Konsum von THC-haltigem Cannabis mit hohen Strafen droht, einen CBD Markt und die dahinterstehende Industrie zu tolerieren. Das liegt laut Julian Sarwat jedoch auch an den heterogenen Strukturen, die beispielsweise in Deutschland nicht existieren.   

CBD und Novel Food - EIHA Hanfmagazin - Malama CBD

Zu guter Letzt wurde auch noch über die Corona Pandemie in Zusammenhang mit der CBD- und Hanfindustrie gesprochen. Beispielsweise werden viele Lizenzen momentan nicht mehr vergeben, wie sie eigentlich vergeben werden sollten. Tobias Pietsch erklärt zusätzlich, dass seine CBD-Shops ebenfalls große Umsatzeinbußen haben. Bei Galathea Bisterfeld von Meer bleiben die Stammkunden treu. Im Allgemeinen lässt sich erkennen, dass durch das Corona Virus auch die CBD- und Nutzhanfindustrie nicht verschont bleibt.  

Wenn du dich noch mehr über Hanf, CBD und alles was damit zu tun hat informieren willst, empfehlen wir dir beim Hanfmagazin vorbeizuschauen. Hier wurde beispielsweise auch ein interessantes Interview mit uns von Malama geführt. Vorbeischauen lohnt sich auf jeden Fall.

Viele Grüße,

Nick vom Team Malama

 

Wichtiger Hinweis

Wir von Malama wollen dir so gut wie möglich bei deinen Beschwerden helfen. Jedoch sind wir keine Ärzte und dürfen dir auch keine ärztliche Beratung geben. Bitte betrachte diesen Artikel daher als Hilfe für deine Fragen. Falls Du Fragen hast, wie genau man CBD Öl konsumieren sollte, wäre es Ratsam einen Arzt aufzusuchen, der dir hierzu helfen kann. Für weitere Fragen bezüglich aktueller Angebote und Produkte stehen wir dir selbstverständlich rund um die Uhr zur Seite.


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